Gesellschaftlicher Fettmacher Alkohol


Fettmacher Alkohol

Alkohol ist der reinste Fettmacher und meiner Meinung ein Problem im gesellschaftlichen Umgang miteinander!

Ich möchte in diesem Beitrag nicht groß drauf eingehen, welche gesundheitlichen Auswirkungen Alkohol kurzfristig und langfristig im Körper anstellen. Sondern vielmehr werde ich mir Gedanken über den gesellschaftlichen Umgang im Bezug auf Alkohol machen.

Den meisten wird denke ich bewusst (oder unbewusst) sein, dass Alkohol keinerlei positiven Auswirkungen auf deine Gesundheit hat. Deine Leber Hochleistungen vollbringen muss, um den Alkohol abzubauen. Alkohol deinem Körper durch den Wasserverlust unzählige Mineralstoffe aussaugt. Und Alkohol aus zwei Gründen der reinste Fettmacher ist. Zum einen wird während du Alkohol trinkst deine Fettverbrennung gestoppt, denn dein Körper bezieht die Energie währenddessen überwiegend aus Alkohol. Und zum anderen, weil Alkohol einfach extrem viele Kalorien hat. Fast so viel auf wie Fett auf 100 Gramm.

 

Energielieferanten pro 100 Gramm

Kohlenhydrate: 410 kcal

Eiweiß: 410 kcal

Fett: 930 kcal

Alkohol: 700 kcal

 

Vielen ist das glaube ich kaum bewusst. Beziehungsweise ist es in dem Moment des Trinkens vollkommen egal! Man trinkt Alkohol auch nicht mit dem Gedanken: "Es ist nicht gut für mich." Das wäre meiner Meinung nach übrigens auch Falsch!

Aber warum sollte man sich auch über Flüssigkeiten Gedanken machen, wenn die Mehrheit der Menschen, sich nicht mal bewusst Gedanken über die Ernährung macht. Kalorien werden bei vielen nur mit Essen zum Kauen in Verbindung gebracht. Jeder redet zwar über das Thema Sport und Ernährung aber die wenigsten begreifen es und wollen auch wirklich etwas ändern. Oft höre ich den Spruch: "Ja, ja... weiß ich doch." Aber weißt du es wirklich...?! Die Wahrheit zu hören tut nun mal weh. Die wenigsten wollen sie hören und mit ihr konfrontiert werden. Sorry für diesen Diss aber es ist die Wahrheit! 

Alle Jahre wieder macht sich jeder Gedanken darüber, dass das jährliche Weihnachtsessen ansetzten könnte. Und wie einen doch das schlechte Gewissen nach der Völlerei plagt. Aber die wenigsten wollen es wahr haben, dass eigentlich ganz andere alltägliche Dinge an den jährlich dazukommenden Kilos schuld sind oder es daran liegt, dass man nicht abnimmt. Wie zum Beispiel der wöchentliche und regelmäßige Alkoholkonsum.

Es geht auch nicht darum sich ständig irgendwas zu verbieten oder auf irgendetwas verzichten zu müssen, sondern vielmehr auf seinen Körper zu hören und zu lernen, was bekommt mir und was tut mir in großen Mengen kurzfristig, sowie langfristig einfach nicht gut. Vielleicht auch ein Stück weit wieder zu lernen sich selber zu regulieren. 

 

Man trinkt Alkohol aus diversen verschiedenen Gründen. Um nur einige zu nennen, die mir gerade einfallen: 

Der Spaßfaktor steigt bei den meisten unfreiwillig an. Man selber wird locker und gelassen. Und solange man sich noch halbwegs gesellschaftskonform Verhält, amüsiert man gleichzieht auch noch seine Mitmenschen.

Es ist Gang und Gebe, dass bei feierlichen Anlässen mit Alkohol angestoßen wird. Es wird in unserer Gesellschaft nun mal schon immer so gemacht und bei Knigge wird angestoßen wenn überhaupt eigentlich nur mit Sekt oder Wein. Und vielleicht kommt es dann auch mal schnell vor, dass man zu tief in Glas guckt, um die Veranstaltung halbwegs erträglich zu machen. 

Der ein oder andere braucht seinen Alkohol aber auch um sich vom Alltag zu betäuben oder sich dafür zu belohnen, dass er den Tag überstanden hat. 

Manch einer nutzt Alkohol auch, um zu einer Gruppe dazu zu gehören, weil man ist "uncool", wenn man nicht mittrinkt. Und mit jedem Glas mehr fallen nun mal die Hemmungen und gelegentlich kann man auch beobachten, wie Leute zu anderen Personen werden oder vielleicht nicht sogar das Wahre-Ich zum hervor scheinen kommt?! 

 

Jeder hat wohl seine eigenen Beweggrüne zum Alkohol zu greifen und dem Rausch freien Lauf zu lassen und ein bisschen Abwechslung in den langweiligen Alltag zu bekommen. 

 

Ich war noch nie jemand, der wirklich regelmäßig und viel getrunken hat. Aber eins weiß, ich werde regelrecht zur Quasselstrippe. Wenn ich trinke, weiß ich in der Regel, wann es mir reicht. Meine Abstürze mit Gedächtnisverlust kann ich an einer Hand abzählen und mich von Alkohol erbrechen müssen, habe ich mich auch noch nie. Und ich muss sagen, da bin ich Stolz drauf!

 

Trotzdem gestehe ich: Ich habe in der letzten Hälfte des letzten Jahres, das ein oder andere Glas Wein oder Sekt zu viel getrunken. Halt immer mal wieder öfter unter der Woche beim Essen ein Glas Wein und am Wochenende ist es häufiger als sonst vorgekommen, das aus dem Glas schnell eine Flasche wurde. Shame on me!

Man möchte aber schließlich auch noch ab und zu ein bisschen Spaß und Geselligkeit mit Freunden haben und irgendwie "dazu" gehören. Dennoch muss ich sagen, es war zu viel! Abgesehen davon, dass ich zusehen konnte, wie durch regelmäßigen Alkoholkonsum die Kilos schleichend an mir festgesetzt haben. Ging es mir mit der Zeit irgendwie immer schlechter. Mein Körper konnte sich nicht an den regelmäßigen Alkoholkonsum "gewöhnen". Ich brauche sicherlich zwei bis drei Tage, um mich von einem Alkoholrausch wieder vollkommen zu erholen. Hinzu kommt jedes mal der Kater den Tag darauf begleitend von einem Fressflash. Hauptsache Fettig und deftig. Ich habe dann selbst auf Dinge Appetit, die ich eigentlich gar nicht wirklich mag.

Alleine durchs saufen kommen halt schnell mal über 1000 kcal jede Woche zusätzlich kalorisch dazu, die langfristig (bei jedem) ansetzten.

 

Ein Glas Wein (0,2l): ca. 160 kcal

Eine Flasche Wein (0,75l): ca. 600 kcal

Ein Glas Prosecco (0,1l): ca. 75 kcal

Eine Flasche Prosecco (0,75l): ca. 600 kcal

Shot (2cl): ca. 50 kcal

Eine Flasche Bier (0,33l): ca.140 kcal

 

Alkohol ist die reinste Kalorienbombe! Da sich die meisten vermutlich nichts unter diesen Zahlen vorstellen können, was das in Essenmengen entspricht hier ein paar beispielhafte Bilder (Quelle: wunderweib.de).



Würdest du bedenkenlos 3,5 Portionen Pommes mit Majo, 6 Tafeln Schokolade oder einen Teller Spaghetti einfach so mal zwischendurch in dich rein schieben...? Die meisten wohl eher kaum.

Gesellschaftsnorm Alkohol

Da ich festgestellt habe, dass mir Alkohol körperlich einfach nicht gut tut und bei mir extrem ansetzt, habe ich beschlossen, dass damit jetzt erst ein mal Schluss ist.

 

Bis Ostern trinke ich keinen Tropfen Alkohol!

 

Das heißt für mich jetzt nicht, dass ich mich zuhause einschließe und keinen Spaß mehr am Leben habe. Ich kann auch ohne Alkohol feiern und tanzen gehen, solange mir die Musik gefällt.

Allerdings muss ich gestehen, dass die Reaktionen von anderen doch SEHR erschreckend sind, wenn man sagt, dass man keinen Alkohol trinken möchte. Was mir außerdem erschreckend bewusst geworden ist, für wie normal es unsere Gesellschaft ansieht, dass Alkohol getrunken wird. Das gesellschaftliche Umfeld akzeptiert die Entscheidung keinen Alkohol zu trinken nicht. 

Ich muss mich geradezu dafür rechtfertigen, dass ich nichts trinken möchte und kann mir dann regelmäßig Sprüche anhören wie: „Du Langweilerin,... mit dir kann man gar keinen Spaß haben.“

Oder wenn die Freundin ankommt und total entsetzt ist, dass man sich nicht die Flasche Wein mit ihr teilen möchte. Alleine will sie aber auch nicht trinken. Man braucht halt einen Trinkpartner, damit man nicht alleine voll dasteht und sich eventuell peinlich verhält. 

Ich habe auch schon darüber nachgedacht, einfach zu behaupten, ich wäre Schwanger, denn dann hätte jeder Verständnis dafür und ich müsste keine dummen Diskussionen führen.

Bei Leuten die ich nicht kenne, könnte ich das vielleicht machen. Bei Freunden, Familie und Bekannten jedoch nicht. Ich verwerfe diese Überlegung wieder und lasse es lieber ganz. Sowohl bei Fremden als auch bei Freunden. Wer weiß, was da noch für Gerüchte draus entstehen könnten... 

 

Ebenfalls erschreckend finde ich es ehrlich gesagt, wie man sich dann am nächsten Tag gegenseitig bemitleidet.

Was man doch für einen Kater hat und wie schlecht es einem doch geht, das der ganze Sonntag geradezu im Arsch ist und wieso man denn bloß so viel gesoffen hat. Aber man ist halt nicht alleine, den anderen geht es schließlich genauso... Der Mensch ist und bleibt nun mal eben ein Gruppenrudel. Ich gestehe: Auch ich heule jedes mal über meinen Kater rum!

 

Ja natürlich erlebt man witzige Sachen, wenn man im Alkoholrausch ist und eventuell wird auch noch Jahre Später über die Party X berichtet aber ist es nicht eigentlich traurig, dass viele Personen so etwas nicht auch ohne Alkohol erleben können? Weil sie gehemmt sind und ihre Persönlichkeit oder Probleme aus welchen Gründen auch immer dann versuchen mit Alkohol zu überschwemmen. 

Und Läuft im Leben nicht irgendetwas schlief, wenn man nur auf das Feierabendbier oder Wochenende wartet, dass man sich mal wieder so richtig schön legal volllaufen lassen kann...?! Aber es machen halt alle im Freundeskreis. Es ist gesellschaftlich "normal".

Fakt ist, wenn man nicht trinkt, ist man automatisch irgendwie der Außenseiter und wird komisch von der Seite angeguckt. Alkohol du böser normal gewordener Schlingel! 

 

Festzuhalten bleibt, du bist anders, wenn du Alkohol ablehnst. Du entsprichst nicht der Norm, du gehörst nicht zur Masse und Gesellschaft dazu, du bist unhöflich. Ich frage mich WARUM? 

Warum ist ein Nein zu Alkohol in vielen Köpfen nicht akzeptiert? Weil bei meinem Gegenüber sich das schlechte Gewissen meldet? Weil es gemeinsam halt einfach mehr "Spaß" macht zu trinken und man nicht alleine peinlich dasteht? Weil man alleine nicht als Alkoholiker dargestellt werden möchte? Weil es Gesellschaftlich nun mal einfach dazugehört?

Ich finde auf das WARUM jedenfalls keine sinnvolle Antwort. 

 

Noch viel schlimmer stelle ich mir diese ganze Situation übrigens bei jemanden vor, der ein wirkliches Alkohol Problem hat und bereits einen Entzug gemacht hat. Ständig und überall mit seiner Sucht konfrontiert zu werden und sich dafür rechtfertigen zu müssen, keinen Alkohol zu trinken. Eine gesellschaftliche Isolation nur um dem Alkohol aus dem Weg gehen zu müssen, ist doch auch nicht die richtige Lösung... 

 

Wie dem auch sei, merke ich immer wieder, dass mir größere Mengen an Alkohol nicht sonderlich gut bekommen. Ich habe so gut wie immer einen Kater und darauf kann ich verzichten! Ich habe also die Wahl zwischen 4-6 Stunden Spaß und Halli Galli oder 24 Stunden lang Kater und einem Tag danach den ich eigentlich aus meinem Leben streichen kann. 

Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Wie es nach Ostern mit meinem Alkoholkonsum weiter geht, weiß ich noch nicht. Ich konnte jedenfalls nach einem Monat ohne Alkohol feststellen, es geht mir körperlich einfach besser. Ich bin zufriedener, kann besser schlafen und mein ganzer Sonntag ist nicht im Arsch. Punkt! 

Zu feierlichen Anlässen zum Anstoßen oder zum Essen ein Glas Wein werde ich mir sicherlich wieder genehmigen. Oder wenn ich wirklich Lust auf ein Glas Wein mit Freunden habe, mir auch das gönnen. Aber was ich nicht mehr machen werde, sich überreden zu lassen noch ein Glas und noch eins zu trinken, bis der Alkohol Nebel im Hirn einsetzt.

Ich kann gut nach einem Glas aufhören und brauche nicht zwingend mehr. Denn oft stelle ich auch fest, dass spätestens das dritte Glas Wein irgendwie nicht mehr wirklich schmeckt. 

 

Auch wenn Alkohol in unserer Gesellschaft so normal wie Brot ist, sollte sich jeder Mal mit den Auswirkungen auf den Körper auseinandersetzten und hinterfragen, brauche ich das wirklich in großen und regelmäßigen Mengen? Ist es nicht traurig, dass ich mir meine seelische Befriedigung in Form von Alkohol suche...?! Gibt es nicht andere Dinge im Leben, die mir wichtiger sind und mich erfüllen als der Suff nach dem Feierabend oder am Wochenende...?!

  

Ich würde mir wünschen, dass in den Köpfen der Leute etwas mehr Freiraum für Toleranz eingeräumt wird und ein NEIN zu Alkohol ohne große Diskussion akzeptiert wird. 

 

DANKE!

 

In Teil Vier meiner Reihe "Der Speck soll weg!" werde ich offen und ehrlich über das Thema emotionales Fressen schreiben. 

#comingsoon

 

TEIL EINS: Der Winterspeck soll weg!

TEIL ZWEI: Life is Sweet - Der Umgang mit Süßigkeiten


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Kommentare: 1
  • #1

    Daniel Arand (Samstag, 03 Februar 2018 03:23)

    Ware Worte die mir gefallen. Denn schließlich gehöre ich schon lange Zeit zu den Party People. Habe auch mal ein Jahr komplett auf Alkohol verzichtet...Ja es ist eine andere Party aber auch machbar und wurde auch akzeptiert. Habe mich aber wieder dafür entschieden aber eben bis an eine gewisse Grenze...Mein Tipp...immer Wasser zwischendurch und wenn die Fahrt durch die Nacht mal länger gedauert hat, einen Liter stilles Wasser vor dem „zu Bett“ gehen � Gruß